Erfahrungsbericht: “Deutschkurs für Asylbewerber“

Ein Erfahrungsbericht von Hartmut Giehl:

postit. refugees

Mitte August übernahm ich auf Bitten von Herrn Wolfgang Murr, dem Koordinator für die Deutschkurse, eine Gruppe von 15 Asylbewerbern für den Deutschunterricht. Der Anfang war ziemlich chaotisch, da der Unterricht im Foyer der Stadthalle stattfand, wo die Flüchtlinge samt Kindern noch wohnten und die Mitbewohner und Kinder für eine lebhafte Kulisse sorgten. Es fanden sich aber dankenswerterweise freiwillige Helfer, die mich unterstützten und so meisterten wir auch diese Situation. Nach zwei Unterrichtstagen durften wir dann umziehen in die Volkshochschule, d.h. in einen schönen ruhigen Unterrichtsraum mit Tafeln und Overheadprojektor.

Es stellte sich heraus, dass alle meine Kursteilnehmer aus Albanien kamen und zwischen 17 und 47 Jahren alt waren. Einige sprachen Englisch und andere Italienisch. Unterrichtssprache ist aber nur Deutsch. Man kann auch viel zeigen, vormachen und nachmachen. Alle waren sehr eifrig, lernwillig und pünktlich, doch der Besuch war nicht lückenlos. Zum Kennenlernen haben wir Namenskarten vor uns hingestellt.

Wir haben immer montags, dienstags und donnerstags eine volle Stunde Unterricht und die Teilnehmer lernten in fünf Wochen (15 Stunden) an Hand von Bildern und Arbeitsblättern ziemlich viel, nämlich das Grüßen und Verabschieden, die Zahlen, die Uhrzeit, das Zählen der Euros und Cents, die Wochentage, die Körperteile, die Namen der Nahrungsmittel für den Einkauf, die Kleidungs- und Möbelstücke, die wichtigsten Verben (Tunwörter) mit den Beugungsformen (ich schreibe, du schreibst…). Wir lernten die Eigenschaftswörter mit den Steigerungsformen (groß, größer, am größten). Wir lernten auch die Wörter für den Wetterbericht, sowie die Tunwörter in der Vergangenheit (ich habe gewaschen, wir sind gegangen). Wir haben auch einige Kinder- und Wanderlieder gesungen: zB. Mein Hut, der hat 3 Ecken oder Kommt ein Vogel geflogen.

Insgesamt macht der Unterricht viel Freude und es ist befriedigend zu hören, wie sich die Aussprache und Betonung verbessert. Man lernt nette und interessante Menschen kennen und man muss sich mit der eigenen Sprache auseinandersetzen.

Der Unterricht ist jetzt in den schönen Räumen der VHS und mit den vorhandenen Büchern und Kopiervorlagen leicht. Es gibt auch Bildwörterbücher und Material zum Lernen der Uhrzeit. Ich empfinde den Unterricht als eine schöne und sinnvolle Zeit und kann diese Erfahrung nur weiter empfehlen.

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