Leserbrief an die Schrobenhausener Zeitung

Zu „Bürgerversammlung in Steingriff“ (SZ vom 20. April):

BuergersorgenBei der Bürgerversammlung in Steingriff wurde u.a. unserem Bürgermeister die Frage nach den Kosten der Asylpolitik gestellt. Sicher ist es richtig, dass Mitarbeiter des Hauptamtes mit Aufgaben rund um das Thema beauftragt wurden und diese auch mit viel Engagement erfüllen. Welche Mehrkosten, der Stadt durch diese Aufgaben entstehen, wird auch durch eine Auswertung kaum genau zu beziffern sein. Es wurde durch die momentane Situation keine neue Stellen geschaffen. Wir gehen auch davon aus, dass es keine Stellenkürzungen geben wird, wenn es in Zukunft wieder weniger Flüchtlingsunterkünfte in Schrobenhausen gibt.

Verwunderlich bis empörend finden wir dagegen den zweiten Teil der Antwort unseres Bürgermeisters: „Auch entstehen bei den Helferkreisen Kosten.“
Ja es ist richtig, die erfreulich vielen, ehrenamtlichen Helfer bringen nicht nur ihre Zeit und ihr persönliches Engagement ein, sondern sie wenden auch ihr privates Geld dafür auf, um Büromaterial im Helferbüro, Kopien, Unterrichtsmaterial, Fahrtkosten etc. zu decken. Dies ist aus unserer Sicht vor allem auch deshalb so bemerkenswert, weil es unter den Helfern einige gibt, die selbst finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind.
Von der Stadt (die hier angesprochen wurde) aber auch vom Landkreis oder anderen staatlichen Stellen (die zuständig wären) gibt es hier zwar dankende Anerkennung, aber bislang keine müde Mark an Kostenerstattung. Dabei entstehen z.B. bei Begleitdiensten – insbesondere auch bei Facharzt- oder Klinikbesuchen in München und Augsburg – durchaus nennenswerte Fahrtkosten.

Wir gehen davon aus, dass der Bürgermeister von der Frage so überrascht war, dass er eine sachlich falsche Antwort gegeben hat, die den fatalen Eindruck erwecken könnte, dass Helfer für ihr Engagement bezahlt würden. Die richtige Antwort heißt: „Weil sich so viele Schrobenhausener ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, haben sich Stadt und Staat nur für den Bereich Schrobenhausen in den letzten Monaten bestimmt einen höheren fünfstelligen Betrag gespart. Dabei sind die Einsparungen gar nicht eingerechnet, die dadurch entstehen, dass wir vor allem dank dieses Engagements in Schrobenhausen auf einem ganz guten Weg zu einer gelingenden Integration sind.“ Nachdem der Bürgermeister und der Landrat schon des Öfteren die Leistung der ehrenamtlichen Helfer anerkannt haben, wird er bestimmt die Gelegenheit finden, an ähnlich exponierter Stelle seine Aussage zu korrigieren.

Barbara Fieger, Joachim Siegl, Klaus Neumann, Klaus Toll
Ehrenamtliche Asylhelfer Schrobenhausen

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