Schrobenhausen erwartet Flüchtlinge

Anfang August wird es soweit sein, die ersten Flüchtlinge werden in Schrobenhausen eintreffen.

postit runder tischNoch kann keiner sagen was auf uns zukommt. Sind es Familien mit Kindern, Paare oder Einzelpersonen. Sicher ist – sie kommen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, aus anderen Kulturen. Oft sind sie durch Krieg und Verfolgung zu Flüchtlingen geworden, sind ggf. traumatisiert und haben häufig Monate oder Jahre für ihre Flucht bis zu uns hinter sich.

Doch in Deutschland erwarten sie neue Probleme, wenn sie ihr Recht auf Asyl beanspruchen möchten. Eine fremde Umgebung in der die alltäglichen Aufgaben erledigt werden müssen. Die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft, in der sich Menschen aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichen Schicksalen und Bedürfnissen auf engstem Raum zurechtfinden müssen: Traumatisierte Flüchtlinge in psychischen Nöten, Familien mit Kindern teilen sich sanitäre Einrichtungen, leben Zimmer an Zimmer in ihren Containern. Wenn die Flüchtlinge nach Erhalt ihres Aufenthaltstitels die Gemeinschaftsunterkunft verlassen müssen, stehen sie vor neuen Problemen. Als besonders schwierig wird sich die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung gestalten! Auch wird der Weg durch unseren Behördendschungel die Flüchtlinge vom ersten Tag an begleiten, der selbst bei guten Deutschkenntnissen oft sehr kompliziert ist.

Was kommt auf uns zu und wie können wir uns vorbereiten und helfen?

Diese Fragen sollten beim „Runden Tisch ASYL“ geklärt werden. Eingeladen waren Vereine, Organisationen und interessierte Bürger. Vertreter der Stadt Schrobenhausen und des Landkreises standen bei den ersten zwei Treffen Rede und Antwort. Man war sich einig, wir müssen uns vorbereiten und die Öffentlichkeit aufklären. Wir wollen kein Ghetto am Rande der Stadt, wir wollen ein friedliches und respektvolles Miteinander.
Konkret wurde es beim dritten Treffen. Allen Beteiligten ist es klar – ohne Ehrenamtliche Helfer geht es nicht, aber wie können wir die Herausforderungen meistern? Es werden Helferkreise gegründet und Strukturen geschaffen, um die zahlreichen Aufgaben zu bewältigen. Keiner kann es heute Voraussagen, was genau auf uns zu kommt. Deshalb werden diese Kreise und Strukturen nicht in Stein gemeißelt sein, sondern unterliegen einer ständigen Dynamik und werden wohl immer wieder den Gegebenheiten angepasst werden.

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