Wollen Flüchtlinge nicht arbeiten – oder dürfen sie nicht?

postit RechtImmer wieder kommt es zu dieser Frage: Warum  gehen die Flüchtlinge nicht einfach arbeiten? Aber „einfach“ ist hier leichter gesagt, als getan:

Nach den Informationen des zuständigen Juristen des Landratsamtes Neuburg-Schrobenhausen dürfen Asylsuchende und Geduldete in den ersten drei Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland lediglich ehrenamtlichen Arbeiten in Vereinen oder Organisationen nachgehen. Auch können Asylsuchende einer Gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. Hierfür bekommen sie vom Sozialamt eine Entschädigung von 1,05 Euro pro Stunde.

Sozialversicherungspflichtig dürfen sie dann ab dem vierten Monat ihres Aufenthalts arbeiten. Jedoch nur mit vorliegender Arbeitserlaubnis. Und an so eine ist gar nicht so einfach ran zu kommen. Es muss bei der Ausländerbehörde ein Antrag gestellt werden. Dann werden zuerst die Beschäftigungsbedingungen im angebotenen Arbeitsvertrag und die für den Beruf erforderlichen Deutschkenntnisse überprüft. Daraufhin wird in einer sogenannten Vorrangsprüfung festgestellt, ob es keinen „bevorrechtigten Arbeitnehmer“ für den vom Flüchtling beworbenen Job gibt. Das bedeutet, dass es keinen Deutschen, EU-Ausländer oder anerkannten Flüchtling geben darf, der dieser Arbeit nachgehen kann.

Da aber so gut wie alle Jobs theoretisch auch von Deutschen oder Europäern gemacht werden könnten, wirkt diese erst neu von der Bundesregierung reformierte Vorrangprüfung in der Realität wie ein Arbeitsverbot.

Erst 15 Monate nach ihrer Ankunft können Asylsuchende und Geduldete ohne diese Einschränkungen eine Arbeitserlaubnis erhalten.

1 Kommentar


  1. Hallo liebe Schrobenhausener,

    ich wollte Euch ein wenig Mut machen, was das Thema Arbeit angeht. Sicher, es ist nicht leicht einen Job zu finden, und wenn man dann die Arbeitserlaubnis braucht,
    könnte die ABH oder das Arbeitsamt auch noch etwas zu Bemängeln finden.

    Allerdings klappt das bei uns in Aichach-Friedberg schon ganz gut. Ich habe einiges an Informationen auf der Seite http://www.asyl-wittelsbacherland.de/informationen/arbeiten-aber-wie/ zusammengestellt.

    Deutschkenntnisse sind natürlich oft ein Hindernis bei der Arbeitssuche, aber der ABH sind sie egal.
    Die Praktika die über das BAVF-Netzwerk relativ einfach ermöglicht werden, waren schon oft erfolgreich und haben zu richtigen Jobs geführt. (Falls in SOB nicht mehr BAVF zuständig ist, macht das selbe das „FIBA Ostbayern“ Programm)

    Viel Erfolg!
    Klemens Maya

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